Wichtige Mandanteninformation zur Umsetzung der NIS-2-Richtlinie in Deutschland
09.12.25
Mit der Umsetzung der NIS‑2‑Richtlinie (EU) 2022/2555 verfolgt der Gesetzgeber das Ziel, in Deutschland und in der gesamten EU ein hohes gemeinsames Cybersicherheitsniveau zu erreichen. Für zahlreiche Unternehmen werden die Anforderungen an die Cybersicherheit in Deutschland deutlich verschärft. Das Gesetz verankert Cybersicherheit in der Verantwortung der Geschäftsleitung. Verstöße werden mit erheblichen Bußgeldern geahndet. Was ist zu tun?
I. Betroffenheit prüfen
Der betroffene Adressatenkreis wurde erheblich ausgeweitet. Die Neuregelung unterscheidet:
1. „Besonders wichtige Einrichtungen“ (bwE):
Große Unternehmen mit mehr als 250 Beschäftigten, über 50 Mio. Euro Jahresumsatz oder über 43 Mio. Euro Bilanzsumme sowie Tätigkeit in einem der betroffenen Sektoren, darunter:
Energie (Netze, Anlagen, Lieferanten; inkl. Wasserstoff‑Erzeugung/Speicherung/Transport).
Verkehr (u. a. Luftfahrt, See-/Binnenschifffahrt, Straßenverkehrsinfrastrukturen).
Finanzmarkt‑Infrastrukturen (unter Beachtung von Spezialgesetzen wie DORA).
Post/Kurier, Raumfahrt‑Bodeninfrastruktur, Forschung u. a. (je nach Tätigkeit).
Managed Service Provider (MSP) und Managed Security Service Provider (MSSP) werden ausdrücklich erfasst, sofern sie einen tatsächlichen Zugriff und bestimmenden Einfluss auf die IT von Kunden ausüben.
2. „Wichtige Einrichtungen“ (wE):
Mittlere Unternehmen mit mindestens 50 und weniger als 250 Beschäftigten und einem Umsatz zwischen 10 und 50 Mio. Euro oder einer Bilanzsumme zwischen 10 und 43 Mio. Euro – wiederum abhängig von der Sektorzugehörigkeit.
Die Prüfung erfolgt in der Regel auf Gruppenebene, also unter Einbeziehung verbundener Unternehmen. Einzelne Nebentätigkeiten können ausgenommen sein. Für Branchen mit spezialgesetzlicher Regelung (z. B. Finanzwesen, Telekommunikation) bleiben Ausnahmen und spezielle Bestimmungen bestehen.
II. Verpflichtungen erfüllen
Sind Sie betroffen, müssen Sie insbesondere folgende Anforderungen erfüllen:
1. Risikomanagement:
Besonders wichtige und wichtige Einrichtungen müssen geeignete, verhältnismäßige und wirksame technische und organisatorische Maßnahmen (TOM) ergreifen, um Verfügbarkeit, Integrität und Vertraulichkeit ihrer IT‑Systeme, ‑Komponenten und ‑Prozesse zu schützen, die sie zur Erbringung ihrer Dienste nutzen. Die Maßnahmen müssen dem Stand der Technik entsprechen und einschlägige Standards (BSI-IT-Grundschutz oder ISO 27001) berücksichtigen.
Sie umfassen mindestens:
Konzepte in Bezug auf die Risikoanalyse und auf die Sicherheit in der Informationstechnik
Maßnahmen zur Bewältigung von Sicherheitsvorfällen, zur Aufrechterhaltung des Betriebs, wie Backup-Management und Wiederherstellung nach einem Notfall, und Krisenmanagement
Sicherheit der Lieferkette (inkl. vertraglicher Regelungen)
Security by Design und bei der Wartung informationstechnischer Systeme, Komponenten und Prozessen (inkl. Schwachstellen‑Management)
Wirksamkeitsbewertungen
Schulungen und Sensibilisierungsmaßnahmen
Kryptokonzeptionen
Personal‑ und Zugriffsmanagementkonzepte
starke Authentifizierungslösungen sowie eine gesicherte Notfallkommunikation.
2. Melde- und Registrierungspflichten:
Einführung eines dreistufigen Meldesystems bei erheblichen Sicherheitsvorfällen (Frühwarnmeldung binnen 24 Stunden, Detailmeldung binnen 72 Stunden, Abschlussmeldung spätestens nach einem Monat).
Verpflichtende elektronische Registrierung betroffener Unternehmen innerhalb von drei Monaten ab Feststellung der Betroffenheit und regelmäßige Aktualisierung.
3. Nachweise, Audits und Aufsicht:
Sie müssen Nachweise über die Einhaltung der Anforderungen bereithalten, mit stichprobenhaften oder anlassbezogenen Prüfungen durch das BSI rechnen und bei besonders wichtigen Einrichtungen auch regelmäßige externe Audits ermöglichen.
4. Governance und Verantwortlichkeit:
Die Geschäftsleitung ist verpflichtet, die Umsetzung der Anforderungen zu veranlassen und zu überwachen und in regelmäßigen Abständen an Schulungen teilzunehmen, um ausreichende Kenntnisse zu Risiken, Maßnahmen und Auswirkungen auf die erbrachten Dienste zu erlangen. Sie haftet im Falle von Pflichtverletzungen u.U. persönlich.
III. Was droht?
Das neue Gesetz sieht deutliche Verschärfungen bei Bußgeldern und Sanktionen vor, u.a.:
Besonders wichtige Einrichtungen: bis zu 10 Millionen Euro oder 2 % des weltweiten Vorjahresumsatzes (je nachdem, was höher ist).
Wichtige Einrichtungen: bis zu 7 Millionen Euro oder 1,4 % des weltweiten Vorjahresumsatzes.
IV. Fazit
Mit einer Ausfertigung und Verkündung des Gesetzes ist noch in diesem Jahr zu rechnen. Mit Inkrafttreten der NIS-2-Vorgaben wird Cybersicherheit zum strategischen Pflichtprogramm. Übergangsfristen gibt es nicht. Es gilt nun zu prüfen, ob Sie unter die Neuregelung fallen und ggf. geeignete Compliance-Prozesse zu implementieren.
Bitte kommen Sie auf uns zu. Wir unterstützen Sie gern bei der Prüfung und Umsetzung.
nis2@haver-mailaender.de
HAVER & MAILÄNDER BEES ON A MISSION
16.05.25
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30.04.25
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23.04.25
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09.04.25
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HAVER & MAILÄNDER remains a premium partner of Allianz MTV Stuttgart, the reigning German women's volleyball champions, and continues to support top volleyball in the region.
We are very proud to have you at our side - and look forward to many more special moments together!
Third-country bidders without the right to participate in EU procurement procedures
14.03.25
The public procurement market in the EU member states is particularly interesting for bidders from third countries in the area of critical infrastructure such as railroad networks and rolling stock. In its “Kolin” ruling of 22.10.2024, the ECJ clearly rejected any equation of third-country bidders with companies from the EU using the example of a bidder from Turkey. In the “CRRC Qingdao Sifang” ruling of 13.03.2025, the ECJ confirmed this protection of companies based in the EU. “The participation of companies from third countries in procurement procedures” is the subject of the current article by Dr. Alexander Hübner in issue 2 of the Zeitschrift für das gesamte Vergaberecht (VergabeR 2025, 113).
Three questions for our trainee teacher Marie Grosser
12.03.25
WHAT GOAL ARE YOU PURSUING DURING YOUR TRAINEESHIP?
I would like to gain as many (real) insights as possible into different career models and law firms so that I can make the right career choice later on.
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Haver & Mailänder already made a positive impression on me through an event during my studies. As a medium-sized law firm with an excellent reputation, I expect challenging and professional work with flexibility and a good working atmosphere.
MAILÄNDER & ALTE: AWARD IN M&A: MID-CAP!
05.03.25
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